Das Leben und der Tod Oder Ein Abschied auf Raten Teil 2

Hm, wie fange ich jetzt mal an. Klassische Antwort wäre: „Am Anfang!“
Na dann mache ich es mal.

Ich weiß nicht genau ob ich eine andere oder komische Einstellung zum Tod und zum sterben habe. Irgendwie spricht man da ja auch selten drüber. Oder?!
Für mich stellt der Tod nichts Schlimmes oder Abwegiges dar. Er gehört zum Leben genau so dazu wie alles andere. Den Packt mit ihm gehen wir, wenn auch nicht freiwillig, schon ein im Moment unserer Zeugung. Also sollten wir ihn doch nehmen wie und was er ist, eine Tatsache. Denn er ist nichts anderes als der Abschluss unseres Lebens, mal früher und mal später. Und wenn man es mal ganz egoistisch sieht, hat uns ja alles was danach kommt nicht mehr zu interessieren. Was bei denen, die wir zurücklassen, natürlich anders ist!
Ich bin auch der festen Meinung das wir den Tod und das sterben voneinander trennen müssen. Keine Ahnung woher ich folgenden Spruch habe: „Ich habe keinen Angst vor dem Tod aber sehr wohl vor dem sterben!“. Dieser schlichte Satz sagt doch eigentlich alles und macht das Dilemma in dem wir stecken deutlich. Wenn man mal so in der Welt herumhorcht so sagen doch wohl alle dass der Tod schnell oder im Schlaf kommen möge. Viele haben Angst langsam und qualvoll dem Tod gegenüber zu treten. Auch hier zeigt sich wieder ein Dilemma unserer Zeit: aktive Sterbehilfe. Jeder mag darüber denken wie er will. Ich bin fest davon überzeugt dass es das Recht eines jeden ist zu bestimmen wann sein Leben endet. Also wenn es nicht plötzlich und im Schlaf passiert. Es muss doch möglich sein zu sagen: „Hey ich bin so krank oder führe ein so unwürdiges Leben das ich es beenden will. Und dazu brauche ich eure Hilfe.“ Warum ist es so schwer das nachzuvollziehen? Selbstbestimmung heißt auch mir von nichts und niemandem sagen zulassen ob es gut und rechtens ist oder nicht. Egal ob es ein Staat ist, eine Religion, eine Kaste oder sonst was ist.
Ich habe in diesem Zusammenhang einen immer wiederkehrenden Traum.
In diesem Traum betrete ich ein sehr schönes, innen wie außen, Gebäude. Niemand der dort arbeitet verbreitet Hektik, Unruhe oder wirft mit irgendwelchen Fachbegriffen um sich. Warum auch? Es steht doch fest was ich hier möchte. Es steht doch fest das dies mein letzter Gang sein wird. Alles andere wurde vorher geklärt. Eine nette Schwester bringt mich in mein Zimmer, noch wirkt es etwas nüchtern und kahl. Dann liege ich in einem sehr bequemen Bett, ein Arzt spricht mit mir, ein letztes Gespräch. Denn es ist alles gesagt. Auch hier ist der Arzt nur daran zu erkennen dass ich weiß wer er ist. Also kein weißer Kittel oder sonst etwas, sondern ganz normale Sachen.
Er stellt mir ein Glas auf den Tisch, mein Glas, mein Ende. Wir sehen uns beide an und er verlässt den Raum. Dann passiert das eigentlich erstaunliche „Wunder“. Das Zimmer verwandelt sich in eine Art 3-d-Kino. Man fühlt sich eingebettet in sein „Wunschprogramm“, inklusive der passenden Geräusche und Gerüche. Für mich ist es eine große Wiese auf der sich weiße Pferde bewegen. Nicht solche zartgliedrigen Tiere wie man sie fast immer sieht. Sondern sehr große, muskelöse Rösser, ähnlich den früheren Schlachtrössern. Es sind herrliche Tier, anmutig in ihren Bewegungen und ihrem Muskelspiel.
Irgendwann erfolgt dann sehr bewusst der Griff zu meinem Glas und ich leere es in einem Zug. Tiefer Frieden breitet sich in mir aus. Etwas was ich und die meisten Menschen schon nicht mehr kennen. Frieden, eine Art Entspannung, dem Wissen mit mir im Reinen zu sein und alles richtig gemacht zu haben. Langsam und ohne es zu merken gleite ich dann hinüber.
Wie gesagt es ist ein Traum und ich habe deswegen nun keine Todessehnsucht. Nur seien wir doch mal ehrlich. Wäre es denn wirklich so schlimm wenn es diese Möglichkeit geben würde?

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Das Leben und der Tod Oder Ein Abschied auf Raten

Ich habe mich lange gescheut vor diesem Thema, ist es doch eine sehr private und intime Einsicht.
Mein Papa ist im November im Krankenhaus gestorben. Eine Tatsache die an sich schon nicht so einfach zu verkraften ist. Das was mich persönlich aber am meisten getroffen hat, ist die Art und Weise WIE er gestorben ist.
Um es gleich mal vorweg zu nehmen, JA es war in einem Krankenhaus und JA es wäre, vielleicht (?), besser zu Hause geschehen. ABER sowohl die Ärzte als auch das Pflegepersonal waren echt klasse und haben uns und meinem Paps so gut geholfen wie sie nur konnten.
Ich war dienstlich in München unterwegs als ich erfuhr das er in KH liegt, dass es schlimm um ihn steht. Leier war zu dieser Zeit ein Besuch einfach nicht machbar. Somit blieb mir nur, die sehr kurze Zeit, zu warten das meine Abordnung zum Flughafen endete.
Dann war es Zeit in die Heimat zu fahren. Eine Fahrt von immerhin 5 Stunden und mit keinen guten Gedanken. Eigentlich freue ich mich immer sehr wieder nach Hause zu kommen, meine unglaublich schöne und beeindruckende Heimat zu sehen. Aber dieses Mal hatte ich echt einen Klumpen im Bauch. In groben Zügen wusste ich ja was mich erwarten würde, dachte ich. Denn meinem Paps sollte es wieder besser gehen und er war von der Herzklinik in eine „normale“ verlegt worden, um wieder ein bisschen aufgepäppelt zu werden. Allerdings wurde er von dort recht schnell wieder, mit Notarzt, in die Herzklinik gebracht. Dort kam er dann schon mehr tot als lebendig an, im wahrsten Sinne des Wortes. Angekommen in der Klinik ging es für ihn gleich in den OP und er bekam einen Herzschrittmacher. Auf dieses Teil komme ich später noch mal. Und wir, also die die man Hinterbliebene nennt, fragen uns auch heute noch ob es richtig war ihm dieses Teil einzusetzen. Denn all das was dann kam, wäre ihm dann erspart geblieben.
Es gibt ja diesen Spruch: „Jeder bekommt was er verdient“! Ich denke mal da jeder, der auch nur älter als 10 Jahre ist, gelernt hat das dieser Spruch einfach nicht stimmt. Gewiss, mein Papa war ein harter, strenger, jähzorniger und manchmal auch ungerechter Mann und Vater. Aber wir haben auch wirklich schöne Stunden erlebt, er hat hart und viel gearbeitet um uns einiges zu ermöglichen. Und deswegen weiß ich sehr genau, dass er dieses Ende einfach nicht verdient hat. Wenn so etwas überhaupt jemand verdient haben kann.
Nach der OP ging es ihm kurzfristig etwas besser, das aber legte sich mehr als schnell. Und als dann noch festgestellt wurde das mit seinen Nieren etwas nicht stimmte, war schnell klar das er uns bald verlassen würde. Es war ein Schlag den man geahnt hat aber der dann, wenn einem die Ärzte das sagen, doch trifft wie eine Keule.
Was soll ich sagen? Wir sind jeden Tag bei ihm gewesen, von früh bis spät. Haben uns abgewechselt um bei ihm zu sein, meine Schwestern und ich mit den Familien. Er hat alle nochmal gesehen, selbst die Enkel, und hat sie auch bewusst wahrgenommen.
Dann stehst du da, als Vater zweier erwachsener Söhne, siehst ihren Schmerz und kannst nur eines tun, sie in die Arme nehmen.
Mein Vater ist langsam gestorben und so wie es die Medizin in Deutschland „ermöglicht“. Leider. Nach und nach wurden ihm sämtliche Zuleitungen in den Körper, bis auf das morphinhaltige Medikament, gezogen. Man kann sich jetzt darüber streiten was es genau war was ihn hinübergleiten ließ. Fakt ist, dass er sich gequält hat, dass kein Wundermedikament ihm geholfen hätte, das er elendig krepiert ist. Der Anblick des verhungernden, verdurstenden und unter Morphium stehenden Vaters war einfach kaum zu ertragen.
Spätestens in dieser Zeit habe ich Menschen sehr gut verstanden denen man einen „erweiterten Suizid“ (in dieser Beziehung) oder der sogenannten „Tötung auf Verlangen“ vorwirft.
An diesem Punkt möchte ich noch einmal auf den Herzschrittmacher kommen! An einem gewissen Punkt kam bei mir einfach die Frage auf: „Wenn der Körper meines Vaters so langsam aber sicher sich selber abschaltet, wie reagiert denn dann dieses Teil eigentlich?“ Eine Horrorvorstellung wäre es einfach das dieses Teil das Herz immer wieder und/oder weiter schlagen lässt. Es hat mich einige Überwindung gekostet zu den Ärzten zu gehen und sie um Rat zu fragen. Denn woher sollte ich als Laie denn darauf eine Antwort haben? Die Ärztin konnte mich dann aber, nachdem sie sich selber nochmals Auskunft geholt hat, aufklären. Also dieses Gerät was mein Papa eingesetzt bekam, ist nicht dafür gebaut das Herz weiter schlagen zu lassen, wenn der Körper alles einstellt. Ansonsten, bei anderen Geräten, gibt es wohl die Möglichkeit über einen speziellen Magneten diese dann abzuschalten. Es mag sich seltsam anhören aber diese Auskunft beruhigte mich dahingehend schon.
Leider mussten wir dann wieder zurück und die Jobs wieder in Angriff nehmen. Keine leichte Aufgabe. Aber abgesprochen mit den Chefs war, dass wenn der Tag da ist, eine Reise nach hause sofort möglich wäre und auch war.
Es hat dann zum Glück für wohl alle, nicht mehr lange gedauert und mein Vater ist eingeschlafen.
Was das dann für Emotionen in einem auslöst, trotz des Wissens das es passieren würde, brauche ich wohl nicht weiter zu erwähnen.
Das was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe ist Wut und Hilflosigkeit!
Wut darüber dass es nicht möglich war, meinem Vater all das zu ersparen. Dieses dahinvegetieren, dieses lange und qualvolle Sterben.
Hilflosigkeit über meine Machtlosigkeit meiner Familie die Schmerzen und Trauer nicht nehmen zu können.

Flughafen

Ich weiß, es ist schon eine Ewigkeit her das ich hier ein paar Zeilen geschrieben habe. Aber das soll sich am heutigen Tag ändern.

Hier mal eine IRONISCHE Betrachtung eines meiner Eindrücke vom Flughafen:

Seit 2 Monaten darf ich, dank meines überaus großzügigen Dienstherren, meinen Dienst am Flughafen München verrichten, das Ganze noch für einen weiteren Monat. Soweit so gut, denkt man. Was mich aber bewegt, außer der Entfernung von 900 km nach Hause, ist eine faszinierende Entdeckung die ich gemacht habe. Ok ich gebe es zu, sie wird nicht für den Nobelpreis reichen, geht aber ganz knapp daran vorbei. Also folgende Entdeckung:

Wenn der „gemeine“ Mensch, egal woher er oder sie oder es auch kommen mag, sich in Richtung Eingang des Flughafens begibt, passiert eine magische Verwandlung mit ihm oder ihr oder es. Je näher er oder sie oder es der Tür, die sich ja automatisch bewegen, kommt um so mehr wandelt er oder sie oder es sich in einen Fluggast/Passagier oder einfach Pax.

Dies ist eine Wandlung die nicht sichtbar und am Anfang auch nicht merkbar ist. Meine Erfahrungen in den 2 Monaten hat mir aber gezeigt, dass es einen erheblichen Unterschied gibt. Irgendwo am Eingang des Flughafens muss es einen geheimen Raum geben den nur Pax’e finden oder sehen. Und in diesem Raum werden, bei der Wandlung vom „gemeinen“ Menschen zum Pax, die Gehirne abgegeben. Ja wirklich, eine Existenz ohne Hirn als Pax ist echt möglich. Ob sinnvoll sei jetzt mal dahingestellt!?

Wie ich darauf komme? Es kann einfach nicht anders erklärt werden das der Pax so handelt wie er handelt. Keine Ahnung ob sich jemand vorstellen kann wie viel Willenskraft es kostet, oft nicht einfach mit dem Kopf auf die Tastatur zu knallen und einen Lachkrampf zu bekommen.

Kleines Beispiel?

Es kommt jemand zu dem Beamten der in der Box sitzt. Vor dem Beamten, über dem Beamten und hinter dem Beamten steh ihn großen erleuchteten Buchstaben wo der Pax gerade ist. Nun kann er oder sie oder es, also der Pax, sich entscheiden was er als nächstes macht. Einfach wäre es erstmal zu überlegen: „Fliege ich weiter oder bin ich schon da angekommen wo ich hin wollte?“

Hat er oder sie oder es diese schwere Hürde genommen, kommt die Frage für ihn oder sie oder es: „Wo geht es nun weiter?“ Für die die am Ziel angekommen sind wäre der Ausgang die logische Wahl. Oder? Klingt doch logisch oder? Aber NNNNEEEEEIIINNNNN! Erstmal stellt der Pax sich mitten in den Weg um zu überlegen. Ja was eigentlich? (Wir erinnern uns an den Raum mit den Gehirnen?!) Dann folgt ein Entschluss, wie erstaunlich ohne Hirn: Der Pax bewegt sich in eine Richtung und hofft die 50 % der richtigen Entscheidung getroffen zu haben!! Hat er oder sie oder es dies tatsächlich geschafft, herrscht eine unglaubliche Erleichterung und das küssen des Bodens ist hier nicht ausgeschlossen.

Erwischt er oder sie oder es aber die anderen 50 % wird es schwer für ihn oder sie oder es. Denn dann versucht der Beamte in der Box ihm oder ihr oder es zu erklären das dieser Durchgang, vor dem er oder sie oder es gerade steht, der falsche, weil Weiterflug, Ausgang ist. Jetzt sieht man dem Pax sehr deutlich an wie sehr er oder sie oder es getroffen ist, ja förmlich zusammenbricht. Der Blick wird hilflos und leer, der Körper sackt zusammen, nur der Kopf bleibt oben. Klar, der ist ja auch leer! (Wir erinnern uns wieder an den Raum mit den Gehirnen?!) Der Beamte versucht dann ihm oder ihr oder es wieder ein bisschen Mut zu geben und zeigt den Weg in Richtung Ausgang, keine 20 Meter entfernt!! Und siehe da, das leuchten der Augen ist wieder da. Wie geht das eigentlich ohne Hirn?? Nun braucht er oder sie oder es einfach der Richtung folgen die ihm oder ihr oder es gezeigt wurde zu folgen. Uuuuiiiii, dass ist gar nicht so einfach!!! Und Unsicherheit und Panik steigen langsam wieder auf!

Um es mal abzukürzen: Der Beamte sieht es und ist bemüht NICHT auf der Tastatur mit dem Kopf aufzuschlagen und keinen Lachkrampf zu bekommen.

Naja so ein bisschen ist so ein Flughafen ja auch ein Labyrinth. Oder doch nicht??

Lone Wolf

Einsam sitzt er an der Klippe, verlassen hat er sein Rudel. Er, der einstmals ein stolzer, vor Kraft strotzender Wolf, war. Jetzt sitzt er hier in der kalten, schneereichen Nacht mitten im Winter und schaut nach oben zu dem einzigen was ihm noch geblieben ist, dem Mond.

Grau ist er geworden, sein Fell zerzaust. Verletzungen aus alten Kämpfen schmerzen in diesen Nächten besonders. Aber sie sind nichts im Vergleich zu den tiefen, blutenden Wunden in seinem Herzen. Wunden von denen er nicht weiß wie und ob sie je heilen werden. Narben, tiefe, ewig schmerzenden Narben werden bleiben. Narben die ihn jeden Tag in seinem Leben, von dem er hofft dass es nicht mehr so lange dauern wird, aufs neue schmerzen werden.

Aber er heißt ihn willkommen, den Schmerz. Nichts wird ihn lindern können und das ist auch gut so.

Er schaut nach oben, schaut zum Mond und fragt sich was ihm noch bleibt. Was er noch erwarten darf in seinem Leben? Hat er überhaupt noch das Recht etwas zu erwarten?

Der Wind bläst ihm den Schnee in das Gesicht. Es ist eisig, hier am Rande der Klippe. Nichts davon, keine Kälte und Nässe, spürt er. Denn Kälte ist in seinem Körper und in seinem Herzen. Er sitzt da und überlegt wie einfach es doch wäre diesen einen nächsten Schritt zu tun, den Schritt über die Klippe in die ewige Nacht. Nein, er wird es wohl nicht tun. Stattdessen steht er, mit einem letzten traurigen Blick zum Mond, langsam auf und ging in die Einsamkeit der Wälder. Sie heißt ihn willkommen und empfängt ihn wie einen lange vermissten Sohn.

In einer kleinen Mulde rollt er sich zusammen und hofft dass er kommen mag. Er, der Schlaf, der kleine Bruder des Todes. Der alte, graue Wolf schaut noch einmal um sich ob er wirklich alleine ist. Alleine in einer Welt voller Leben, voller Freude und Zuversicht aber nichts davon wird seines sein, wird ihm gehören.

Es war seine Entscheidung das Rudel zu verlassen, seine verdammte Entscheidung. Wohl wissend welche Wunden er reißen wird. Ahnend was dies bedeuten wird.

Langsam senkt sich der Schnee auf sein graues Fell, bedeckt ihn wie ein Leichentuch. Er schließt seine Augen und bittet den Schlaf um die Gnade nicht zu träumen.

Was ist Glück?

Es ist schon ein „paar“ Tage her, als ich gefragt wurde, ob ich glücklich bin. Gefragt von jemandem den ich unglaublich schätze und der mir unendlich wertvoll ist!!
Hm, meine erste Reaktion war darauf mit einem „Ja“ zu antworten. Warum? Ich denke mal aus reiner „Gewohnheit“, aus dem Drang heraus niemandem wirklich zu zeigen was ich denke und fühle.
Dann hielt ich aber doch inne und lies mir die scheinbar leichte Frage nochmal durch den Kopf gehen.
Bin ich „glücklich“?
Was ist denn „Glück“ überhaupt?
Gibt es „Herzglück“ und ein „Kopfglück“ oder gibt es „Glück“ nur in beidem zusammen?

Eine scheinbar einfache Frage brachte mich somit unheimlich ins grübeln. Aber sie zeigte mir auch dass ich mir darüber noch nie so richtig Gedanken gemacht habe.
Natürlich habe auch ich Moment erlebt die ich als „Glück“ bezeichnen würde. Sei es die Geburt meiner Söhne, seien es Moment der Ruhe und Stille in meiner Heimat oder auch andere Momente. Das aber war wohl mit dieser Frage nicht gemeint.
Mir fiel einfach keine passende Antwort ein. Und somit kam von mir die Gegenfrage:

„Was ist denn Glück“?

Ich konnte das Gesicht auf der anderen Seite regelrecht sehen, das Erstaunen und sicherlich auch die Trauer ob so einer Gegenfrage.
Auch heute noch beschäftigt mich diese Frage sehr.
Bin ich glücklich?
Was brauche ich denn zum „glücklich sein“?
Kann man das überhaut, ständig glücklich sein?

Ich für meine Person kann nur sagen, NEIN man kann es nicht. Immer wieder wird es Momente geben an denen wir uns fragen was wir verbrochen haben das wir Schlimmes erleben. Es wird aber auch immer wieder Momente geben in denen wir erleben wie wunderschön das Leben doch sein kann. Momente, die so unglaublich kostbar sind. Momente die uns zeigen dass wir noch leben! Dieses Gefühl, wenn alles prickelt, wenn das Herz schneller schlägt, wenn Tränen des Glücks unsere Augen verlassen, wenn man GLÜCKLICH ist.
Es sind diese Momente für die es manchmal gar nicht viel braucht. Ein kurzer Augenblick, eine Berührung, ein Gedanke, ein versinken in einen Menschen den man liebt. Es sind diese Augenblicke die man für nichts kaufen kann, die so wertvoll sind, uns Kraft geben und die Hoffnung das alles gut werden kann.

In diesem Sinne sollten wir wieder lernen diese Augenblicke voll auszukosten, sie zu genießen und ihnen vielleicht ein bisschen nachzuhelfen. 😉

Heimat

Heimat, ein Wort das für mich so vieles bedeutet. Jeder von uns kennt es, jeder empfindet es aber anders. Und das, so sage ich mal, ist auch gut so!

Heimat ist dort, wo dein Herz ist!

Einer nimmt es wortwörtlich. Für ihn ist die Heimat genau da wo sein Herz ist, ruht in ihm. Andere finden ihre Heimat nach einem Umzug in eine neue Gegend. Wieder andere, denen geht es wie mir. Da sucht die Heimat sie aus und lässt sie nicht wieder los, egal wo auch immer man gerade ist.

Meine Heimat hat sich tief in mein Herz gebrannt. Sitzt dort fest, sicher und unverrückbar, löst immer wieder diese tiefen Gefühle aus. Unbändige Freude sie endlich wieder zu sehen. Tiefe Trauer wenn ihr der Rücken gekehrt werden muss. Wehmut wenn man an sie denkt. Und tiefe Sehnsucht wenn über sie gelesen wird oder in den Medien etwas zu sehen ist.

Sagenumwoben, voller geheimer Lebewesen und gesegnet mit einer wunderschönen, einmaligen Landschaft präsentiert sie sich jedem der da kommt. Eine Landschaft deren Entstehung, laut der Sage, dem Teufel und einem Ochsengespann zu verdanken ist. Und wirklich, wenn man ganz früh am morgen auf den Fließen oder Wanderwegen unterwegs ist, der Nebel sich gerade erhebt, diese wunderbare Stille und Ruhe erlebt, genau dann kann man sich nicht vorstellen das dies alles „nur“ ein Werk von Mutter Natur sein soll. Es sind diese Momente der willkommenen Einsamkeit die einem lehren wie klein und unbedeutend der Mensch doch ist. Diese Momente die einem mit ihrer Schönheit schon fast erschlagen. Momente in denen man durchatmen kann, erleben kann was Stille eigentlich ist. Und ja, genau das sind die Momente, in denen ganz tief in einem selbst, dieses tiefe Gefühl von Heimat und Liebe zur Heimat aufkommen. Diese Gefühl von „hier gehöre ich her“.  Es sind Geschenke, gegeben ohne Forderungen. Gegeben um sie zu nehmen, zu erleben und niemals zu vergessen.

Hilfe können einem hier auch die vielen Sagengestalten geben. Seien es die kleinen Lutki, immer hilfsbereit, mit komisch anmutendem Sprachgebrauch aber nie etwas böses wollendes. Sei es der Wassermann, der doch schon mal den einen oder anderen Streich spielt. Oder seine schönen Töchter die manch braven Bewohner in die Fließe gelockt haben.

Die Mittagsfrau! Gefürchtet und doch nicht ohne Gnade. Lauerte sie jedem auf der um die Mittagszeit noch auf dem Feld war. Konnte er oder sie ihr nicht Auskunft geben, so starb man von der Sense in ihrer Hand.

Viel wird auch über den Glücksdrachen gestaunt. Er ist wohl der kleinste Drache seiner Art. Füttert man ihn mit Keksen und Milch, so das er satt und zufrieden ist,  bringt er viel Glück über das Haus. Seien wir doch mal ehrlich, wer von uns würde sich solch einen Drachen nicht auch wünschen?

Dann, ja dann wäre da noch der Schlangenkönig! Um ihn ranken sich viele Sagen und Legenden. Er ist dort noch immer überall anzutreffen, wenn man um sich schau.

Heimat bedeutet aber nicht nur Landschaft, Sagen und Märchen. Heimat bedeutet auch Erlebnisse, Erfahrungen, Erinnerungen. Nicht immer ist alles positiv was wir in uns speichern, was unser Gehirn so in sich aufnimmt. Nur, wann und wo gibt es so einen Luxus schon?

Egal was auch immer es ist, egal wie wir dazu stehen, es schmiedet ein starkes Band. Ein Band welches härter ist als Stahl, länger hält als jeder Werkstoff den wir kennen. Denn sie erlischt erst dann, wenn auch die Flamme, die unser Leben ist, erlischt. So lange bleibt sie unangetastet, unangefochten und tief in unserem Herzen!

Genau da, wo Heimat immer ist und sein sollte!!

Zitate, Aussprüche, Lebensweisheiten

Warum, so kann sich der geneigte Leser sicherlich fragen, beginnt man seine „Schreibarbeit“ in einem Blog nun ausgerechnet mit der Überschrift „Zitate, Aussprüche, Lebensweisheiten“? Tja warum wird es so sein? Im Grunde gibt es dafür eine ganz einfache Antwort: Ich mag Zitate!! Oft könne sie eine Situation oder ein Gefühl ausdrücken für das man sonst kaum Worte findet oder nur Unmassen davon, also von den Worten.

Für mich selber habe ich diese Zitatflut auf dieser schönen Welt ein bisschen sortiert. Es gibt sinnfreie Zitate, sinnvolle Zitate und es gibt die sinn- und gefühlvollen Zitate die mir oft so ein bisschen „über den Berg“ helfen.

Ein Beispiel für ein sinnfreies Zitat? Nun, wie wäre es mit folgendem: Nachts ist es kälter als draußen.?

Natürlich bitte ich den geneigten Leser zu bedenken das es für mich sinnfrei ist. Es kann ja durchaus möglich sein, dass es für den einen oder anderen Leser die Rettung seiner selbst ist?!

Carpe diem“ wäre für die Kategorie „sinnvolle Zitate“. Ist es nicht etwas was wir uns am Ende eines langen Tages oft fragen, haben wir den Tag gut genutzt? Wie oft liegt man dann wach und sagt dann leise zu sich selbst: „Hm, war nicht so mein Tag“? Wie oft fragen wir uns ob man diesen Tag nicht besser aus dem Kalender und dem Gedächtnis streichen könnte. Ach seufz, wenn das mal so einfach wäre!!??

Und dann gibt es noch die, die zumindest mir, eine Menge bedeuten.

Du musst wissen wann du kämpfst und wann du Frieden suchst. Solange der Mond aufgeht, solange die Flüsse fließen, solange die Sonne scheint, lass uns Frieden erfahren

Oft ist es einfach so, dass ich nicht in der Lage bin zu sagen warum nun genau diese Worte, diese Sätze so viel in mir bewegen. Sei es eine Erfahrung die ich gemacht habe, sei es das was wir die ganze Zeit in den Medien lesen und hören oder seien es einfach Bilder die plötzlich auftauchen. Im Grunde ist es zumindest mir völlig egal, es zählt für mich nur DAS sie es auslösen!

Seien wir doch mal ehrlich, ist es nicht genau das was wir alle irgendwo suchen, Frieden? Ich meine damit noch nicht einmal den großen Weltfrieden. Eine wirklich große und extrem wichtige Sache!! Aber wollen wir nicht erstmal im „Kleinen“ anfangen?

Was mich viel mehr bewegt ist der Frieden mit mir, in mir. Wie oft zweifelt man an sich? Wie oft fragt man sich nach dem Sinn des Lebens, seines Lebens? Und wie oft hat man Momente, habe ich Momente, in denen ich gar nicht glauben kann wie wunderschön das Leben sein kann, das Leben ist!

In diesem Sinne, lasst uns Frieden erfahren!